Wohin steuert Österreich? (Zweiter Teil)
Einladung zu einer Diskussion am Donnerstag, dem 2. März 2000 um 19 Uhr in der Zukunfts- und Kulturwerkstätte, Schönlaterng. 9, 1010 Wien
Tel. 513 86 82, Fax 513 86 81
mit:
Monica Fokkelman Österreich-Korrespondentin von El Mundo, Madrid
Michael Frank Österreich-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung
Joelle Stolz Österreich-Korrespondentin von Le Monde und Radio France Internationale
Moderation: Erich Fröschl Politikwissenschafter, Leiter der Akademie für Internationale Politik am Renner-Institut
Die blau-schwarze Koalition hat Österreich
in einen (außen-)politischen Ausnahmezustand geführt. Die Regierungsbeteiligung
der rechtspopulistischen FPÖ mit einem Obmann, der auch im Ausland aufgrund
seiner rassistischen und fremdenfeindlichen Äußerungen mit Argusaugen betrachtet
und kritisiert wird, sorgt für internationale Aufregung. In scharfen Reaktionen
aus Brüssel, den EU-Mitgliedsländern, Israel und den Vereinigten Staaten
werden Sanktionen wie etwa die Einfrierung sämtlicher bilateralen Beziehungen
zum rechtskonservativ regierten Österreich angedroht. Doch auch die ÖVP
selbst hat sich in eine Isolation manövriert, wenn nämlich der Ausschluss
der österreichischen Konservativen aus dem europäischen Freundeskreis zur
Debatte steht. Tatsache ist: Unser Land befindet sich in der wohl größten
außenpolitische Krise seit dem Jahr 1945. Aber nicht nur auf diplomatischer
Ebene ist eine Eiszeit angebrochen, sondern auch die Wirtschaft spürt bereits
die gravierenden Auswirkungen: Kurssturz an der Börse, Stornierungen im
Fremdenverkehr und die Befürchtung, dass es zu empfindlichen Exporteinbußungen
kommt. Wohin werden die blau-schwarzen Kapitäne, die zudem die Reaktionen
aus dem Ausland als "enden wollend" bzw. "von österreichischen (sozialdemokratischen)
Politikern bestellt" darstellen, unser Land steuern?