| Kulturpolitischer Aschermittwoch 2000 Es bewegt sich etwas in diesem Land. Wohin, das ist jedoch die große Frage. Geht die österreichische Reise in die internationale Isolation, in eine selbstmitleidige Weltabgekehrtheit, in eine in sich gekehrte Dumpfheit? Die Antwort kommt nicht von selbst und nicht von irgendwoher, sondern will von den Menschen in diesem Land gegeben werden. Kulturinitiativen aus der Region wollen sich daher gemeinsam auf Antwortsuche begeben. Sie haben sich erneut zusammen getan, um einen Kulturpolitischen Aschermittwoch zu veranstalten. Zeichen setzen" lautet sein Motto. Nicht parteipolitisches Motiv ist der Antrieb, sondern einzig die Sorge um das politische und damit das geistige Klima in diesem Land einem Land, das wegen seiner Regierung eine überaus bedenkliche Entwicklung durchmacht. Die Ursache dafür ist präzise auszumachen: Es ist die Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen, die vielen Menschen im Lande große Sorge bereitet und die dieses Land international in das Abseits drängt. In dieser Situation ist auch und gerade die Kunst herausgefordert. Diese sogenannte freiheitliche" Partei hat in der Vergangenheit aus ihrem gestörten Verhältnis zu ihr nie ein Hehl gemacht. Im Gegenteil, neben unverhohlener Hetze gegen Ausländer ist Kunstfeindlichkeit eines ihrer zentralen politischen Instrumente. Die Künstler, mit denen sich diese Partei in den vergangenen Jahren angelegt hat, sind Legion. Die Absicht dahinter ist leicht durchschaut: Künstler sollen als querulante Störenfriede verunglimpft, Kunst soll so aus der gesellschaftlichen Mitte an den Rand gedrängt werden. Auf dass die Kunst und die Künstler der Politik und den Politikern nicht mehr in die Quere kommen mögen! Diesem Ungeist der Kunst- und Geistfeindlichkeit wird alljährlich zuAschermittwoch, wenn sich in Ried im Innkreis die Freiheitlichen um ihren Führer scharen, reichlich zugesprochen. Dem soll an Ort und Stelle ein anderer, ein weltoffener, liberaler, humaner Geist entgegengehalten werden. Es sind das naturgemäß künstlerische Zeichen, die hier gesetzt werden sollen, ihre Botschaft ist jedoch hochpolitisch. Es gibt sie nämlich nicht, die unpolitische Kunst. Wer sie sich wünscht, will eine kulturlose Gesellschaft. Zeichen setzen
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