Presseaussendung der KUPF - Kulturplatttform OÖ

Linz, 28. 03. 2000

Betrifft: Zeitungsversandtarif


Die geplante Streichung des begünstigten Zeitungsversandtarifes (siehe beiliegende Presse-Info des IÖGV) ist ein demokratie- und medienpolitischer Rückschritt, da dadurch freie Meinungszirkulation erschwert und verhindert wird. Ebenso stellt diese Verschlechterung der Arbeitsbedingungen des gesamten Non-Profit Sektors (Soziales, Kultur, ...) auch für die in der KUPF versammelten 90 Mitgiedsvereine und den Dachverband KUPF selber eine ernsthafte Erschwernis und existentielle Bedrohung ihrer Arbeit dar.

Gemeinnützige Kulturinitiativen und deren Interessensvertretungen sind darauf angewiesen, mit ihren Publikationen eigenes Publikum zu erreichen und anzusprechen - sei es zur internen Kommunikation, zur Ankündigung der eigenen Veranstaltungen in Programmzeitschriften oder zum Transport eigener Positionen und Diskurse abseits eines kommerziellen Medien-Mainstreams. Zur Wahrnehmung dieser (selbstgestellten) Aufgabe, ist es unabdingbar, Kommunikationsmittel zur Verfügung zu haben, die ebenso breitenwirksam wie finanziell leistbar sind.

Alleine die durch die KUPF vertretenen Kulturvereine betreuen über 70 verschiedene Zeitungen und Programmankündigungen. Die (besonders auf Bundesebene) unsicheren und rückläufigen Kunst- und Kulturbudgets lassen den gemeinnützigen und meist ehrenamtlich geführten Kulturinitiativen keinen Spielraum, diesen finanziellen Mehraufwand selbst ausgleichen zu können. Somit bedeutet das - neben der Kürzung der Bundesbudgets - das zweite Belastungspaket für gemeinnützige Vereine innerhalb kürzester Zeit. Diese zusätzliche Belastung wird sich in einer Einschränkung und qualitativen Minderung kultureller Aktivitäten und zivilgesellschaftlichen Engagements niederschlagen.

Die KUPF fordert daher die Regierung auf, diese Streichung des vergünstigten Zeitungsversandtarifes zurückzunehmen, um einen unmeßbaren gesellschafts- und demokratiepolitischen Schaden zu verhindern. Es ist im Gegenteil notwendig, zukunftsorientierte strukturelle Maßnahmen zu setzen, die zivilgesellschaftliches Engagement unterstützen und ermöglichen, und die oft ehrenamtliche Arbeit in diesen sensiblen Bereichen finanziell abzusichern.

Udo Danielczyk
Kulturplattform OÖ