An die OÖN
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Chefredakteur, 7805-329
Abo-Abteilung, fax: 79 41 44 08. 02. 2000

Offener Brief der Kulturplattform OÖ

Mit Bestürzung hat die Kulturplattform OÖ die Kündigung von Gerhard Marschall, und besonders Anlaß und Zeitpunkt dieser Handlung zur Kenntnis genommen. Dieser Akt der freiwilligen Anpassung an ein menschen- und kulturfeindliches gesellschaftspolitisches Klima, das sich seit dem 3. Oktober 1999 in unserem Land breit macht und das seinen derzeitigen Höhepunkt am 4. Februar 2000 findet, ist einer „unabhängigen„ Tageszeitung nicht würdig. Werden Sie nicht zu MitläuferInnen einer politischen Entwicklung, die Ihnen das Wort „unabhängig„ bald aus dem Titel streicht. Herr Ing. Cuturi, wie paßt das zusammen: Sie sagten in der ZiB 3 vom 8.2., daß Herr Marschall inhaltlich recht hat und bezeichnen ihn als brillanten Journalisten ...?

Die KUPF fordert die Geschäftsleitung und den Herausgeber der OÖN auf, im Geiste der Meinungsfreiheit und Vielfalt in OÖ die Kündigung Gerhard Marschalls rückgängig zu machen, und begrüßt und unterstützt vollinhaltlich die Erklärung der Redaktionsversammlung der OÖN vom 4. 2. Haben Sie Mut zu gesellschaftspolitischer Diskussion und Auseinandersetzung. Tragen Sie diese im Sinne einer Qualitätszeitung – diesen Anspruch haben Sie ja – z. B. in einem breiteren LeserInnenforum in ihrem Blatt aus.

Auch bestellen wir als Protest gegen Ihre Vorgehensweise unser Abonnement mit sofortiger Wirkung ab und werden auch unsere Mitgliedsvereine zu diesem Schritt aufrufen, da wirtschaftliche Überlegungen bei Ihnen ja höher bewertet werden als journalistische.


Udo Danielczyk
Kulturplattform OÖ

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