(dieser text ist auch unter http://www.gegenschwarzblau.net/ooe/inhalt/kanal.htm
verfuegbar)

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Stellungnahme des Kulturverein KANAL 18.2.1999
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Mit der neuen OeVP-FPOe-Regierung sitzt nun eine unheilsame
Kombination aus Neoliberalismus und Rassismus auf der
oesterreichischen Regierungsbank. Massiver Sozialabbau,
Militarisierung und Aufruestung, Fremdenhetze und salonfaehiger
Rassismus und Frontalangriffe auf die Freiheit der
Kunst- und Kulturschaffenden sind nur einige der Folgen, die
zu Tage treten.

Diese Situation stellt für Kunst und Kultur, vor allem für
initiative Kulturarbeit, eine besondere Herausforderung dar.
Nicht ein Innehalten und Hoffen, daß Kulturvereine weiter ihre
Subventionen empfangen, ist gefragt, sondern aktives Eingreifen
in das gesellschaftspolitische Geschehen. Die Funktion
initiativer Kulturarbeit ist nicht nur Konsumangebote für
ein passives, traeges Publikum zu schaffen, sondern vor allem
auch demokratiepolitische Akzente zu setzen: Initiative Kulturarbeit
muss aktive Partizipation, politischen Diskurs und auch offene,
kritische Auseinandersetzung foerdern und unterstuetzen. Ansonsten
waere sie bloß Steigbuegelhalter für die herrschenden Zustände –
genauso wie die OeVP für die FPOe.

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Der Kulturverein KANAL ...
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Der Kulturverein KANAL wird - siehe Artikel in der Presse 18.2.2000
(weiter unten) - von FPOe und OeVP dafür kritisiert, daß er seine
demokratiepolitische Aufgabe als freie Kulturinitiative wahrnimmt.

Wir, der Kulturverein KANAL, stellen daher fest:

Wir haben 1999 oeffentliche Förderungen für unser Kulturprogramm
erhalten und wir werden auch weiterhin Subventionen für unser
Kulturprogramm beantragen. Diese Subventionen stellen oeffentliche Mittel
dar, die für die Foerderung von Kunst und Kultur in Verbindung mit
echter Demokratie, für die Herstellung eines kulturell offenen und
diskursiven Klimas in diesem Land verwendet werden sollen. Da in
der medial konstruierten Oeffentlichkeit viele Informationen der
Demo-AktivistInnen unterrepräsentiert sind, ist es unserer Ansicht
nach nur legitim, hier eine eigene (Teil-)Oeffentlichkeit zu schaffen,
um einen Beitrag für einen pluralistischen, offenen und basisdemokratischen
Diskurs in Oesterreich zu leisten.

In diesem Sinne stellen wir derzeit einer unabhaengigen Gruppe von
Wiener AktivistInnen Webspace für die Webpage
http://www.gegenschwarzblau.net zur Verfügung (nachdem deren
Webspace bei GMX gesperrt wurde) und gestalten selbst die Webpage
http://www.gegenschwarzblau.net/ooe. Diese Webpages
beinhalten nicht nur Informationen über die Demo- und Aktionstermine,
sondern auch Stellungnahmen unterschiedlichster Gruppen und ein
offenes Diskussionsforum.
Da diese Internetaktivitäten durch ehrenamtliche, kostenlose Arbeit
geleistet werden und die anfallenden Kosten in einer
Gesamthöhe von ATS 2.000,- bis ATS 3.000.- durch private Spenden abgedeckt
werden, ist die Verwendung von öffentlichen Subventionen dafür gar nicht notwendig.

Wir sehen unsere Aktivitaeten als eine Initiative im Kontext des Protestes
vieler KünstlerInnen und KulturarbeiterInnen. Wir fordern alle auf, die
Widerstandsbewegung in Oesterreich zu unterstuetzen! Nur Solidaritaet und
vielfaeltige Formen des aktiven Widerstandes koennen ein Oesterreich schaffen,
das soziale Gerechtigkeit, Frieden, gleiche Rechte für MigrantInnen,
gleiche Rechte für Frauen und ein offenes und pluralistisches Kulturklima
denkbar macht. Initiative Kulturarbeit, freie Kunst und freie Medien
sind hier ganz besonders gefordert.

Kulturverein KANAL
http://www.servus.at/kanal, kanal@servus.at

Link zum Artikel in der Tageszeitung DIE PRESSE (Online-Archiv 18.2. Ressort "Wien-Journal")